drei orte

ich komme gerade von einer probe. arbeite mit einer kollegin und freundin an einem eigenen stück. sie, schweizerin. ich, deutsche. ein stück über die beziehung zwischen diesen beiden nationen. vor einiger zeit dachte ich, warum mache ich das stück? interessiert es mich wirklich? bringe ich mich selbst gerade wieder auf abwege statt an eigenem dran zu bleiben? dann habe ich heute endlich mit vollem herz gespürt: ich mache das und es ist genau mein thema. diesmal anhand der gegenüberstellung zweier nationen. im september werde ich mich diesen themen in form einer performance und ggfs. installation auf einem kunstfest, zu dem ich eingeladen bin, widmen. meine themen sind nunmal beziehung, berührung, identität, herzöffnung, ver-bindung. liebe.

wow, richtig gut. ein künstler hat ja immer irgendein thema, was ihn oder sie das leben lang bewegt. meine themen sind nicht neu, im gegenteil totaler mainstream. ja, aber so etwas von grundlegend. die wurzel. im menschen, im leben, im universum vielleicht. es ist mir auch egal, was mein thema ist oder wie besonders oder unpopulär sie sind. wichtig ist, sie sind in mir und bewegen mich. bilden motive, die mich bewegen. yeah. darauf kommt es mir an. was mich bewegt. ob es dich oder dich oder ihn oder sie, ob es euch bewegt, das darf jeder selbst entscheiden. ihr dürft mich begleiten, mit mir teilen, wir dürfen uns im ja und im nein berühren. auch ein „Ich weiß nicht“ ist ein kontakt. und wenn ihr wegschaut, dann schaut ihr irgendwo anders hin und findet dort, was ihr braucht. das freut mich dann und bewegt mich ebenso, da ich liebe. ich liebe, was ich lebe. nicht immer, nicht ganz und doch ich bin unterwegs. wenn ich ehrlich bin, dann steckt in mir soviel selbstablehnung, damit könnte ich die gesamte elbe befüllen. darum geht es jedoch nicht. das haben wir alle. mir geht es um das andere, das licht in mir. mal strahlt es, mal flackert es und manchmal wird es gänzlich überschattet. aber der fokus, das ist mein licht. und auch dieses möchte ich nicht (mehr) im vergleich zu deinem oder ihrem oder seinem oder eurem licht sehen. es leuchtet für sich und schickt dennoch licht in die atmosphäre. das schöne am licht, es kann sich nicht gegenseitig stören. im gegenteil wo mein licht leuchtet und deines dazu, da wird es insgesamt einfach heller.

und wer könnte das nicht wollen?

voldemort vielleicht, aber der hat auch seine ganze seele aufgespalten um ja nicht verletzlich zu sein. ich fühlte mich ihm immer darin sehr verbunden, denn auf eine weise habe ich mich auch in mehrere teile aufgespalten und diese teile auf viele menschen verteilt. warum? weil auch ich angst vor schwäche, verletzung und vernichtung habe. aber doch nur, weil in mir diese kräfte futter bekommen. weil ich denke, die welt und die menschen sind gefährlich. vielleicht, weil ich mich selbst auf eine weise als niederträchtig einschätze. wer weiß…es zählt auch nur insofern, als das ich darum weiß und ja, weiterhin wie eine motte in richtung licht lebe.

ich bin eine motte

und eine elster.

ich liebe das licht und alles was funkelt.

ich möchte mich mit dem schönen der welt umgeben, damit das hässliche ein wenig wärme bekommt und sich ver-wandeln darf. mit beidem leben.

viele menschen haben mir bereits gesagt, ich hätte sie inspiriert und ich wäre kreativ. ich hätte die fähigkeit zum sphärischen denken. das stimmt. gerade heute bin ich wieder ein glühendes atomteilchen, kurz davor zu verbrennen vor lauter inspiration. aber das ist genau auch das problem. innerlich bin ich dabei zu verglühen, weil auf viel eindruck nicht immer viel ausdruck folgt. ich möchte zwar, aber ich traue mich nicht oder ich finde den antrieb dafür nicht. weiß nicht, welche form ich wählen soll, habe zu wenig vertrauen in mich und meine fähigkeiten und dann stecke ich fest. überdosis eindruck. vorhin auf der probe dachte ich, was ist da los…und ich kam von dem wort inspiration auf die bedeutung im lateinischen. atem. beseelung. behauchung. auf eine art: einatmen. und dann dachte ich, aha, darum geht es. atmen ist leben. das ist schon mal gut. aber ich habe asthma und demzufolge probleme mit dem ausatmen. die atmung steht für die zyklen des lebens. werden, wachsen und vergehen. ich möchte pausenlos einatmen. ich will haben, haben, haben. alles in mich rein und nichts oder zu wenig raus. ich bin scheinbar auf eine art unterversorgt, dass ich nun innerlich zum messie werde. aber ich werde dadurch nicht reicher und voller, sondern ersticke in der ansammlung von klimbim.

es geht also ums loslassen, um die akzeptanz gegenüber dem vergehen. alles ist anfang und ende. jedem anfang wohnt nach hesse vielleicht ein zauber inne, aber ebenso ein ende. vielleicht deshalb ja auch erst der zauber…denn würde ich denken, jedem anfang wohnt eine unendlichkeit inne, dann würde mich das wahrscheinlich auch nicht ausatmen lassen. ich würde bei der vorstellung ersticken und mich nicht mehr bewegen können. es ist doch gut, wie es ist. wandel und bewegung. wie darin nun mit vollem herz sein und doch anerkennen und annehmen, das nichts für die ewigkeit ist? im buddhismus wird vom „anhaften“ gesprochen. ich glaube oft, ich muss erleuchtet sein, um weiter leben zu dürfen. alles andere beschämt mich und ich finde mich als menschlein dann ziemlich klein und unbedeutend bzw. beschränkt. albern. zum belächeln, da ich meiner eigenen fesseln nicht befreien kann und statt in freiheit zu leben mich selbst anbinde. gruselig. aber hey, ich bin eben nicht buddha. ich bin ein menschlein, na und. ist doch auch nicht schlecht. so kann ich mir locker manche verfehlung leisten und darf danach dennoch wieder zum licht streben. es ist die polarität die sexy ist. perfektion ist stillstand und damit gleich einem still-leben. ende

aber auch wirklich und richtig.

ohne anfang.

einfach stop.

das universum ist unendlich, es geht immer weiter. klar, es ist auch mal irgendwo stop, aber nur weil ich die richtung ändern muss, mich wandel, und dann geht es woanders weiter.

nichts desto trotz das thema atmen, das ist wichtig. und ausatmen, weil ich platz in mir schaffen möchte statt ein friedhof an gedankenblasen zu produzieren oder lebendige leichen, die mich im schlaf aufsuchen und mich nicht ruhen lassen.

ich werde mich in zukunft mehr um sachen wie: umsetzung, abschließen, loslassen, entscheidungen treffen und so weiter kümmern.

halt anfangen und beenden,

werden und vergehen.

 

 

nestbau – erster teil

was passiert mit beiden nach einer trennung. gibt es wirklich einen unterschied zwischen dem, der gegangen ist und dem, der verlassen wurde? woher wissen beide denn, außer es ist dermaßen offensichtlich, wer welche rolle inne hat. ist es nicht meistens so, dass beide dieselben rollen bekleiden, aber eben zu einer anderen zeit?

letztes jahr bin ich diejenige gewesen, die den anstoß zum „trennungsgespräch“ gemacht hat. aber nur, weil meine freundin das nie oder in näherer zukunft nicht getan hätte. obwohl sie vorher immer diejenige gewesen ist, die schluss gemacht hat. ich weiß nicht. es fällt mir dennoch sehr schwer abzuschließen. ich habe nicht den eindruck, dass ich es leichter hätte. im gegenteil. mir scheint, meine exfreundin konnte den übergang leichter gestalten. wir beide sind danach schnell mit anderen menschen in kontakt gekommen. mein kontakt hielt nur bis zu weihnachten, dann musste ich einsehen, dass es mit ihm nicht weitergehen wird. auch da habe ich den schlussstrich gezogen. aber bei beiden habe ich das gefühl, das sie mich bereits vorher verlassen hatten und ich am ende nur diejenige war, die klarer und mutiger gewesen ist. nach dem motto: okay, wenn du dich nicht traust und nicht den arsch in der hose hast, dann sorge ich jetzt mal für eine entscheidung. ich denke, im laufe einer beziehung ist es ein wechselspiel zwischen gehen und bleiben. bei meiner damaligen freundin fühlte ich mich ständig von ihr verlassen, weil ich nie richtig das gefühl von sich einlassen bei ihr hatte. da nun also keine wirkliche bindung für mich zu empfinden war, wirkte es wie eine unsichere ver-bindung. sie geht, kommt sie zurück? ist morgen alles, wie es jetzt ist? ich fühlte mich mit ihr und in unserer liebe nicht sicher, was bei mir für viel zweifel und kampf gesorgt hat. einen kampf, den ich in erster linie mit mir selbst zu kämpfen hatte. ich konnte es nicht verstehen, denn sie war ja da und wir hatten täglich kontakt und von ihr kam liebevolles zurück. es war alles da. außer das eine, kleine, wie auch immer es heißt…das hat gefehlt und deswegen habe ich mich nie wirklich an sie gebunden. zumindest nicht wahrhaftig. was ich heute merke, da sie mir die hand entgegen streckt, um mit mir in kontakt zu bleiben, während ich desorientiert umher streife. nicht wissend, ob oder wie ich mit ihr in die zukunft blicken mag. sie war da, jetzt ist sie weg und eigentlich könnte ich sagen fertig. aber das traue ich mich nicht, weil ich romantisch bin. weil ich nicht glauben will das eine beziehung DIE verbindung ist, die alles bedeutet. freundschaften, wirkliche tief empfundene platonische liebschaften, die sind doch auf einer anderen ebene unglaublich kostbar. und würde ich einen menschen dieser kategorie verlieren, das wäre doch ebenso schicksalshaft, wie eine liebesbeziehung aufzuheben. klar, ich habe mehrere freunde, aber eben meist nur einen partner. das macht die sache etwas dichter. viele fäden laufen zu meinem lieblingsmensch. der mensch, bei dem sich soviel von mir selbst bündelt. ihm übergebe ich eine mitgift von mir und sage, pass´gut drauf auf. das, also ich, ist sehr wertvoll. damit haben wir den salat! und eben jener, der hat damals gefehlt. meine damalige freundin hat niemals ein stück von sich wirklich in meine hände gegeben. ich durfte mit ihr sein, habe sie natürlich innerlich bewegt, aber bei mir wurde nichts in obhut gegeben und somit hatte ich nicht das gefühl von gegenseitigkeit. von vertrauen. von einem tauschhandel, der uns doch am ende beide nichts kosten muss, sondern durch diesen akt bereichert, da wir uns mit dem anderen verbinden. auf eine vertrauensvolle, blinde – aber mit dem herzen sehenden weise. tja, und heute, da stehen wir an dem punkt, da ich weg sein will. sie aber möchte, dass ich weiterhin da bin. was soll ich sagen? ich weiß es nicht. sie ist nicht diejenige, die ich anrufen würde, wenn es mir schlecht geht. sie ist nicht diejenige, auf deren sofa ich mich ablegen möchte, wenn ich erschöpft bin und einen platz zum innehalten brauche. sie ist nicht diejenige, die ich um einen gefallen bitten würde. sie ist nicht diejenige, der ich sagen würde, ich bin traurig, kannst du mich in den arm nehmen. sie ist es nicht geworden in der zeit, die wir zusammen waren. klar, mein herz macht sich direkt bemerkbar und klopft an. „doch, sie ist es. denn das fühlst du doch für sie. sie könnte die person sein!“ ja, das dachte ich auch, deswegen war ich mit ihr zusammen. ich dachte, wir schaffen das. sie lernt mit mir, das sich einlassen und eine kleine mitgift übergeben nicht bedeutet, dass sie sich aufgeben muss. aber wir haben das miteinander nicht lernen können, sie ist weitestgehend bei sich geblieben und deswegen bin ich gegangen ohne richtig zu gehen. ich habe mich innerhalb der beziehung entfernt. durch den kontakt mit einer anderen person. bis dieser kontakt zerbrach und ich wieder allein in der beziehung war. trotz der dritten person habe ich mich nicht getrennt. warum? ich weiß es nicht mehr genau. erstens, war diese person nicht sicher für mich. das heißt, sie war kein absprungsbrett und neuer hafen für mich. davor hatte ich scheinbar angst. allein zu sein, ohne partner. ich dachte damals, ich kann das nicht. ich kann innerhalb einer beziehung viel nur für mich machen, aber da ist ja dennoch dann etwas, auf dem ich sozusagen stehe. ein jemand, der atmosphärisch da ist. mein start- und mein endpunkt.

außerdem spielte das thema verletzung eine rolle. ich wollte und konnte sie nicht auf diese weise verlassen und sie, wie wahrscheinlich auch mich selbst, verletzen. ich hatte immer das gefühl, das unser weg noch nicht beendet war. das habe ich bis heute nicht. denn im vergangenen jahr war es auch nicht wirklich ein „nicht mehr wollen“. es war mehr ein „nicht mehr können“. sich eingestehen, dass wir die liebesbeziehung aus welchen gründen auch immer nicht mehr weiterführen können, wenngleich wir beide noch starke gefühle füreinander hatten. wir haben uns also im außen gelöst, die form aufgelöst. wodurch ihre gefühle in die weite geflossen sind. endlich konnte sich alles ausbreiten und hat plötzlich auch mich erreicht. da habe ich gespürt, das sie liebt, das sie da ist und sein kann. aber es war leider zu spät…zu spät für was, frage ich mich? könnten wir nicht heute genau diese liebevolle verbindung einfach weiterleben?

ich habe es versucht. nach ein bis zwei monaten der stille sind wir viele monate zusammen unterwegs gewesen. wir sind uns stets sehr liebevoll und vertraut begegnet. haben unsere liebe weitergelebt. der einzige unterschied: kein sex, also keine was auch immer…“fortpflanzungscommitments“ im sinne von selbstverständlichkeiten im umgang miteinander. ich so und du so. du so und ich so. ohne gesellschaftliches abc der liebe. was auch immer das meint, aber ich habe ein gefühl dazu. es entsteht nunmal etwas, wenn körper zusammen kommen und das herz auch noch dazu. dann will mensch etwas vom anderen, dann will mensch etwas mit dem anderen. etwas exklusives, etwas zukünftiges, etwas das nur innerhalb dieser zwei menschen existiert und womit diese zwei inmitten dem rest der welt etwas nur für sich haben, was sie stärker macht, was sie mehr da sein lässt, was zugehörigkeit und geborgenheit schenkt. klar, mit jedem meiner freunde habe ich auch etwas eigenes, aber das hat eine andere qualität. mit meinen freunden bin ich auf einem öffentlichen platz, es gibt eine freie fläche. andere können hinzu kommen oder wieder gehen, es darf sich laufend etwas verändern, wir brauchen keinen schutz drum herum noch bin ich angewiesen auf den anderen. denn dann kommt halt der oder die nächste.

mit dem partner möchte man sich jedoch woanders aufhalten. da fehlt genau manchmal der ort, den mensch mit den freunden bespielt. außer beide erschaffen sich diesen ort, weil sie sehr gleiche vorstellungen davon haben. das hatte ich mit meiner großen liebe. wir hatten beides. elf jahre lang. mit dem partner möchte mensch eine kleine höhle auf diesem platz bauen. dann ist die welt komplett. alles ist da!

moment.

nur dann ist ein mensch vollständig oder was? blödsinn.

es gibt nämlich noch einen ort und der ist überhaupt der allerwichtigste!!

nämlich das nest, in das mensch sich selbst bettet. da gehört niemand hinein. da bin nur ich. ich ganz allein. weit weg von einsam. allein mit mir.

ja, und da ich nun endlich spüren kann, dass da mit mir auf der weiten flächen wunderbare menschen spielen und immer sein werden. ich bereits erleben durfte wie schön es ist eine kleine höhle mit jemanden aufzubauen, direkt an dieser weiten fläche dran, so lautet meine aufgabe für den moment…NESTBAU!

 

bemühte kreativität

heute morgen frage ich mal wieder, was der sinn meines lebens ist bzw wer ich eigentlich wirklich bin. was für fragen? ist doch wieder nur beschäftigung fürs rumlungernde sein und ablenkung vom wesentlichen: dem tun!

dennoch, ich stelle mich in frage. und das ist jawohl nicht schlecht, denn es führt wohl mehr dazu mich erneut aufzurichten, mein leben gerade oder in welche richtung auch immer zu rücken und eine idee von entscheidung zu bekommen. natürlich darf das alles zeit kosten, ich muss mich nicht gezwungen sehen auf teufel komm raus erneut irgendwelche wege einzuschlagen.

der titel kam mir dabei in den sinn, als ich mir diese aufschieberitis fragen stellte.

„bemühte kreativität“

trifft wohl auf mich zu. nicht, das ich nicht wirklich kreativ bin und mich auch gerne mit kreativiät umwickle. aber es scheint mir, als stünde manchmal weniger die sache im vordergrund als jenes, was ich mir davon für mein ego erwarte. und das ist tükisch! denn somit entbehrt sich das eigentliche tun seines inhalts und wird schließlich als mittel zum zweck für einen mangel benutzt. ergebnis: scheitern! nicht nur das, auch kommt ein gefühl von nagender unzufriedenheit hinzu. ich bin nicht IN der sache drin, sondern habe sie nur wie einen warmen mantel um mich gelegt. wie soll mensch damit zufrieden sein? ich für meinen teil bin es nicht. ich spüre förmlich, wie ich stets daneben stehe, von außen das spiel sowie meine person betrachte. dieses „daneben-stehen“ bezieht sich auf meine gesamte existenz. aus einem mangel (natürlich aus der vergangenheit) heraus ist mir diese existenzform zur zweiten haut geworden. nichts ist wirklich in mir, so bin ich auch niemals wirklich in dir – mein tun/mein denken/mein sein. folglich bleibe ich nirgendwo richtig haften. ich sehe mich derzeit selbst als ein helium ballon, der abhebt, weg fliegt, orientierungslos durch die lüfte schwebt. es fehlt der anker am boden. der mich da sein lässt. eine tiefe sehnsucht danach schlummert in mir, zugleich fürchte ich mich jedoch davor und empfinde es als freiheitsberaubung, einengung, ende. ich will nichts mehr tun aus der motivation heraus mir selbst oder sonst irgendwem etwas beweisen zu müssen. meinen wert durch ein wertsteigerndes tun zu steigern. wo nichts ist, kann auch nichts wachsen. somit heißt das jetzt für mich, feld bestellen, säen und dem ganzen pflegend beim wachsen zuschauen. was das konkret auf der handlungs- und seinsebene bedeutet, das werde ich herausfinden. jawohl! denn ich möchte nicht mehr pausenlos daneben stehen. das ist, um ehrlich zu sein, eine richtig miese position. beim coaching sollte ich mich jetzt fragen: wofür ist das gut? ja, damit düse ich gleich mal zum job. wenn ich stets daneben stehe, dann muss ich mich nirgendwo festlegen oder richtig einlassen. dann brauche ich keine angst haben vor gefühlen haben, die durch situationen entstehen. ich glaube, damals musste ich mit meiner kinderseele schwerwiegendes verwinden. zu klein das kind, zu verletzlich die kinderseele. unverarbeitete gefühle, allgemein unverdautes führten dazu gewisses nicht mehr fühlen zu müssen. abspaltung. meine daneben-steh-philosophie ist also ein schutzmechanismus aus meiner kindheit, den ich heute nicht mehr brauche bzw brauchen sollte. aber ich denke, ich bin auf eine weise verletzlich, weil da in mir noch sovieles roh und unausgereift ist, das ich diese taktik sehr wohl noch brauche. denn, wie ich derzeit schmerzlich feststellen muss, lasse ich mich ein und es kommt zu einem ende, hat das für mich sehr bedrohliche auswirkungen.

ich bin nicht fest genug, nicht verankert genug und so weiter. heute, als erwachsene habe ich zugang zu dieser verletzlichkeit, zu diesem kindlichen teil und da ich mich damit gerade erst vertraut mache, mich diesem anteil öffne, muss ich vorerst noch daneben stehen. ich kann noch nicht IN meinem leben sein, da ich noch zu sehr und tief IN MIR und meinem schattenkind bin. wenn diese phase abgeschlossen ist, dann ist zeit für die erwachsene. die frau, die ohne bemühte kreativität ihr leben gestaltet. die einfach das ist und gut ist. die mit verlust, mit ablehnung, mit herausforderungen des lebens umgehen kann. auf eine ja, verletzliche, aber reifere weise. denn der kern ist fest!

das herz ist geöffnet und die haut durchlässig.

also, lieber kern, lass uns dich festigen und damit zum gelebten kreativen sein kommen!

chakka.

let there be: egoism

heute auf dem fahrrad, die erkenntnis: ich bin eine egoistin. eine liebevolle.

na ja, vielleicht bin ich es nicht. das wäre zu fest, aber seit der letzten jahre lebe ich deutlich egoistischer und fühle mich damit eigentlich ganz gut. wäre da nicht wieder mein innerer kritiker egon. oder all die anderen anteile in mir, die bei diesen worten direkt aufjaulen. sorry, ich habe gerade keine zeit für altruismus, angst oder anpasserei. es sind viele viele vergangene tage ins land gezogen, da habe ich deutlich anders gelebt. das geht heute jedoch nicht mehr. jetzt komme ich! ein großes sorry für all diejenigen, die darunter leiden müssen. wobei, wofür entschuldige ich mich hier nochmal. für mich?! das geht gar nicht. es ist vollkommen okay ich zu sein. ich muss mich bloß hin und wieder daran erinnern, das ich diesen trip derzeit lebe.

mein lieblingsmensch meinte zuletzt zu mir, das ich deswegen den anderen ihren egoismus daher nicht absprechen darf. ups! er hat recht. das tut mir wiederum leid, denn so war ich im letzten jahr auf einem auge blind und habe einem menschen unrecht getan. nicht zuletzt auch mir. zum glück teilen wir noch leben miteinander und am kommenden sonntag kann ich das einmal laut aussprechen. wow. dieser tage fließen ständig irgendwelche erkenntnisse aus mir heraus. ich glaube, ich lege mir einen setzkasten zu in dem ich all die dinge, die ich über mich erfahre, sammle. wenn dann ein neuer mensch in mein leben tritt, dann kann ich diesem menschen direkt zeigen mit wem er es zu tun hat. no lies at all. keine verhüllungen, pure schrecklich bis schöne ungeschminktheiten. ich bin zufrieden mit dieser neuen haltung. wenngleich ich ebenso achtsam sein möchte, um den menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, nicht auf die füße zu treten. demnach lebe ich einen gezügelten egoismus. den aber mit genuss in vollen zügen!

arsch mit ohren

ich koche gerade vor wut! warum? na ja, weil andere sich rechte erlauben und sie mir absprechen. beziehungsweise verhalte ich mich einfach mal daneben, da melden sie plötzlich moralische bedenken an. hallo! gehts noch! ich habe dir auch keine großen vorhaltungen gemacht als du meine wünsche mit deiner unreflektiertheit getreten hast. nein, da habe ich nämlich größe bewiesen und einfach einen strich gezogen. und jetzt, da ich auch einfach mal ein arsch mit ohren bin, mich nicht loyal verhalte, da werde ich im zaum gehalten. aaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhh! ich könnte schreien, mich auf den boden werfen und einfach nur trotzig den stinkefinger zeigen. aber mit wem führe ich eigentlich gerade dieses gespräch? eigentlich doch nur mit mir selbst. der andere hat ein bedürfnis angemeldet, dem ich ohne weiteres entsprechen kann. ende.

wäre da nicht mein innerer kleiner kritiker. ich nenne ihn mal egon. egon meint es oft sehr streng mit mir und meldet sich just in diesem moment monologisierend zu wort. aber weißt du was, egon, ich stelle dich heute auf mute. denn ich habe absolut nichts falsch gemacht. ich habe mich verhalten und ich stehe zu meinem verhalten. es war nicht das schickste, aber das beanspruche ich auch gar nicht für mich. ich lerne, dass ich nicht perfekt bin und auch nicht sein muss. bin eben auch nur ein mensch aus fleisch und blut. mit allem was dazu gehört. ja, ich weiß, du möchtest mir immer gerne weiß machen, das ich deswegen weniger liebenswert bin. pah! darauf will ich in zukunft nicht mehr hören. deine strenge schickt mich bloß in die falsche richtung. schönes, leichtes leben, ade…ich habe die spur gewechselt und ich gehe lieber mit der fürsorglichen stimme in mir, die sagt: du darfst dir das erlauben!

genau. ich darf das auch, nicht nur die anderen. ich auch.

die wiederholung scheint wichtig, denn scheinbar versteht mein system nur sehr langsam. ach, das tat jetzt gut. den ganzen wüsten kram von der seele schreiben. einen haken unter das ganze setzen. mir selbst die erlaubnis geben und mich dabei ganz arg lieb haben lernen. denn auch ein arsch mit ohren – wie ich – wird geliebt! jawoll!

überFLÜSSIGes

ich schreibe, mit den beinen zur decke und dem kopf gen boden.

denke überFLÜSSIG in alle richtungen…

was du heute kannst beSORGEn…dem schenke liebe am morgen.

so ist es, schaue ich hinaus in die dunkle nacht und schließlich auf den wecker – 4uhr am morgen. seit einer woche fast in jeder nacht. 4uhr am morgen. die chinesische organuhr verweist mich an die lunge, von 3-5uhr hat sie ihre hochphase. was also will das universum mir damit sagen? lunge-luft-atem-leben…kraft! mit dem atem in die kraft kommen, die ich zum leben brauche und mich dem element luft hingeben. loslassen.

passend dazu habe ich mir beim tanz meinen kleinen linken zeh gebrochen. dieser steht im element ERDE, für optimismus, vertrauen und sex.

bin zwischen erde und luft. bedeutet für die nächste woche: achtsamkeit auf lunge und dem kleinen zeh:-) dafür nehme ich mir heute bereits einige minuten und schicke ihnen etwas herz. vielleicht entsteht nach innerlichem betrachten auch ein bild, das zeige ich euch dann…

sind wir zukünftig in hamburg vernetzt oder werden wir von parteilichkeiten verhext?!

am 22. september 2013 muss ich, wie jede_r hamburger bürger_in wählen. zum einen auf bundes- und zum anderen auf landesebene. keine vertreter für hamburg, nein, sondern für das energiekonzept der nächsten 20jahre. dabei gilt es „ja“ oder „nein“ anzukreuzen. ja, zum rückkauf der energienetze. nein, zu der volksinitiative. tja, mit gedanken zum wahlchaos verbringe ich seitdem bei mir die unterlagen eingeflogen sind diverse minuten. auch habe ich heute meine freunde dazu angezapft…was die wohl denken und tun werden? ich muss es wissen, weil irgendwie liegt ein teil von mir auch jeweils bei meinen freunden. bei vielen bin ich mir sicher, wie sie entscheiden. bei den anderen, einfach neugierig. ich habe lust auf kontroverse diskussionen, emotional geladene wortfechtereien und lassoschwingende reden. so, wie in guten studentenzeiten. aus „viva la revolucion“ ist „vivre ma vie“ geworden. merde!

das gefühl trug mich heute in die johanniskirche gegenüber meiner wohnung. kurz saß ich noch vor der glotze beim perfekten dinner, abspannen. aber mit einem mal wusste ich, ich will jetzt mitten in der diskussion dort in der kirche sein. ich will am 22.9.13 aufgrund eines eigenen und differenzierten blickes auf den sachverhalt mein kreuz setzen.

der raum war halb gefüllt, ich schlich mich, da mit etwas verspätung, in eine der letzten sitzreihen. aber das war viel zu weit weg vom geschehen. ich wagte den schritt und fand mich schließlich im vorderen drittel wieder. neben mir schüler und schülerinnen der vielleicht 8. oder 9. klasse. ich versuchte schnell einen einstieg in die diskussion zu finden unterdessen die jungs (schüler) neben mir käsekästchen spielten. das hätte ich damals wahrscheinlich auch gemacht. ihre blicke huschten immer mal wieder zu mir herüber. irgendwie fühlte ich mich ihnen verbunden. dem herumhuschenden, tatsächlich recht attraktiven, lehrer sah ich seine gereiztheit ob dieser desinteressierten schüler an. nicht leicht so ein lehrerleben.

links von mir nun also vattenfall und spd. rechts vertreter der volksini.

soviel war recht schnell klar. mich ärgert, dass die „bösen“ oft soviel geschmeidiger wirken. ihre schicken anzüge, die leicht überhebliche haltung und perfekt trainierte ausdrucksweise vernebeln hier und da schon mal meine sicht auf wichtige angelegenheiten. da ich dies schnell erkannt hatte, widmete ich mich mehr den hoch engagierten „JA-kreuzern“. ping, pong. ping und pong. pong. ping.ping.

die einzelheiten erspare ich euch. mein ergebnis, ich habe noch keines. aber ich habe eine tendenz. und die bedeutet RISIKO. das netz in öffentlicher hand bedeutet bestimmt ganz schön viel bürokratie und streit, aber es könnte auch eine chance bedeuten. entwicklung und veränderung in jedem fall.

laut dem riemann-thomann-kreuz bin ich ein „wandel-mensch“. passt also.

J*

 

fairy ist not fair

tja, das ist auch hamburg. nur weil ein laden faire produkte verkauft, muss er nicht gleich ein paradabeispiel fürs mitdenken sein. als ich heute plakate für unsere nächste tauschveranstaltung in st.georg verteilen wollte, stieß ich bei fairy food in der langen reihe auf very kahle wände. „nein, tut mir leid, wir haben leider kein schwarzes brett. dafür ist kein platz“. mmmhh. ich meinerseits, habe überall freie flächen für diese geniale erfindung gesehen. schade, very unfairy.

an vielen anderen orten habe ich statt dessen offene ohren und bunte räume gefunden. kommt vorbei beim kleidertausch im lohmühlenpark am samstag 24.8. von 13 bis 17 uhr. mehr infos unter tauschwert.blogspot.de

1#DIY – Ton avec Ton

während bässe und worte über den plattenteller rollen, lassen wir tonmasse in unseren händen zu wunscheigenen formen entstehen.

bringt mit, was wir auf die ohren kriegen sollen. auf cd, usb oder platte.

franziska wird uns zur seite stehen und ein paar tipps geben.

ort, zeit und sonstiges gebe ich erneut bekannt.

wir sehen uns zu ton avec ton im september!

eure jona